Multiplattform-Spiele sind Planungssache

Es überrascht mittlerweile niemanden mehr, dass es zur modernen Spieleentwicklung dazugehört, sich mit Multiplattform-Entwicklung zu befassen. Je größer die potentielle Spielerschaft, desto besser. Der (Mindest-)aufwand hält sich dabei auch sehr in Grenzen, zumindest, wenn ihr das gleich bei der Planung berücksichtigt.

Lasst euch übrigens nicht vom Wort "Planung" abschrecken - es geht hauptsächlich darum, einen gewissen Rahmen abzustecken, bevor es an die Umsetzung geht - es ist also nicht nur etwas für lange, große Projekte, sondern eignet sich auch hervorragend für Game Jams oder sonstige Mini-Projekte.

1. Welches Spiel?

Kennt ihr das sogenannte "Writer's Block"? Normallerweise hat man ständig total tolle Ideen, aus denen man ein Spiel bauen könnte und wenn es dann wirklich zur Sache geht ... nichts. Kein Thema, kein Genre, das Gehirn ist leer.

Themenvorgaben können dabei sehr hilfreich sein - Inspirationsquellen findet ihr überall. Vom Zufallsgenerator für Wörter über Nachrichtenmeldungen bis hin zu Themenvorschlägen für Game Jams habt ihr reichlich Auswahl.

Jetzt müsst ihr noch Dinge wie 2D/3D, Genre etc. festlegen. Tipp: weniger ist mehr. Gerade am Anfang ist es wichtig, sich nicht zu viel vorzunehmen - schließlich wollt ihr ja auch irgendwann fertig werden. Auch in der professionellen Spiele- bzw. Softwareentwicklung gibt es das Prinzip des MVP / Minimum Viable Product - aber davon schreibe ich an anderer Stelle mehr.

2. Engine, Framework?

Wenn ihr wisst, was ihr machen wollt, ist die Entscheidung für das jeweilige Framework etwas leichter.

Um nur einige Beispiele zu nennen: Habt ihr eine einfache Spielmechanik und wollt gleichzeitig möglichst kompatibel mit Browsern bleiben (ohne unnötige Plugins) -- probiert ImpactJS. In diesem (englischsprachigen) Artikel erfahrt ihr, wie ihr das Spiel nativ auf Windows 8 laufen lassen könnt.

Ein zweites, großartiges Tool (mit dem ihr kostenlos loslegen könnt) ist GameMaker Studio von YoYo Games. Ihr könnt sehr schnell einfache 2D-Spiele zusammenklicken und ohne eine einzige Zeile Code spielbare Prototypen zusammenbasteln.

Zu guter Letzt: was wäre eine solche Auflistung ohne Unity? Speziell für 3D-Spiele seid ihr hier bestens beraten, zumal die kostenlose Lizenz euch einen Export zu Windows 8, Windows Phone 8, iOS, Android, ... bietet. Allerdings kann Unity anfangs etwas abschreckend wirken.

3. "Core Game Loop"

Die zentrale Spielmechanik. Ein paar Beispiele:

Doodle Jump: Das Phone wird nach links / rechts geneigt, um die Spielfigur zu den Plattformen zu navigieren.

Angry Birds: Ziehen und loslassen der Steinschleuder, um die Vögelchen durch die Gegend zu befördern.

Flappy Bird: Antippen des Screens, um den Vogel in der Luft zu halten

Etc.

Dazu kommen dann noch die Dinge, die das Spiel herausfordernd machen sollen (bzw. das Problem, das zu lösen gilt, zeigen).

...

Social Features:

Unterschätzt nicht die Wirkung der Kommunikationskomponente. Ob gemeinsam miteinander oder im Wettbewerb gegeneinander:

Schon Minigames mit extrem kurzen Spielsessions eignen sich hervorragend für Highscore-Vergleiche, Herausforderungen etc.; Der Austausch findet statt, aber euer Job besteht auch darin, die Hürden für einen solche Austausch zu beseitigen.

Einige Beispiele, die sich auch mit nur wenig Aufwand einbinden lassen, sind: öffentliche Ranglisten, Herausforderungen (zum Beispiel per Email), posten von High Scores in den sozialen Netzen etc.

Während ihr das Spiel plant, solltet ihr zumindest eine Vorstellung davon haben, welche Aspekte eures Spiels sich dafür eignen könnten - die Umsetzung selbst kann ja dann später folgen. Und wie genau das passiert erklären wir euch hier - habt noch etwas Geduld.

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